Donnerstag, 4. August 2011

Geistiger Imput

Als erstmal: Tut mir leid für mein schreckliches Deutsch. Aber versucht ihr mal eure Muttersprache zu beherrschen, wenn Ihr gleichzeitig Französisch und Arabisch hört und den ganzen Tag nur ja... ich weiß, ich habs euch schon das ein oder andere Mal erzählt. Und mir tut es wirklich leid, denn normalerweise ist mein Deutsch (fast) einwandfrei.
Allora. heute wollte ich ein bisschen was von dem geistigen Input teilen, den ich hier kriege. Für alle, denen das ein bisschen stange vorkommt: Lest jetzt einfach nicht weiter. Aber die, die mal Lust haben, ein bisschen was zu wagen... Gut. Hallo und herzlich Willkommen meine restliche Leserschaft :). Jetzt sind wir quasi unter uns. Muhaha.
Naja, wie fang ich an? Wir haben hier jeden morgen mindestens eine halbe Stunde einen geistigen Input. Das ist eigentlich immer ein Video, in dem Chiara Lubich (die Gründerin der Fokolarbewegung) Fragen zu ganz unterschiedlichen Themen des Glaubens, der Foki-Bewegung, der Kirche.... beantwortet. Manchmal habe ich da eine englische (geschriebene) Übersetzung, manchmal auch eine deutsche. Einmal wars sogar ein Video aus Ottmaring (einer Modellsiedlung der Fokolarbewegung, in der Nähe von Ottmaring) mit einer simultan Übersetzung!!! Wohoo... edel. Ich wollte euch heute ein paar Sachen weitergeben, die mich besonders berührt haben. Irgendwie.


1. Die Beziehung zu den Erwachsenen oder auch den Assistenen
erstmal, was sind Assis oder auch lang Assistenten? Das sind Fokolare (also nicht-verheiratete Erwachsene, die wie in einer Art sekularisiertem Kloster leben. Die wohnen zusammen in einer Art WG (=Fokolar) und haben Gott dieselben Dinge versprochen, die auch jemand im Kloster verspricht, wenn er/sie dort eintritt (Armut, Gehorsam und Reinheit (= Ehelosigkeit, also keinen Sex und ja. Fragt mich, wenn ihr mehr wissen wollt))), die einer bestimmten Altersgruppe der Jugendlichen "beistehen". Also Impulse/Treffen vorbereiten, mit uns in Kontakt stehen und so viel sind... Für die Jüngeren sind sie wie Eltern, für die Älteren wie Schutzengel, aber alles in allem oft einfach super Freunde.
Hier sind die Assistentinnen (auch im weiteren pope genannt) aber vorallem die, die die Verantwortung für uns tragen. Wie quasi 4 weitere Mütter (von denen im Moment 2 im Urlaub sind ;)).
Wie kann man also eine "Beziehung" zu ihnen haben/leben/ wie auch immer...? Oft ist es auch ein bisschen schwierig, weil da diese Autoritätssache mit reinspielt. Wie mit den eigenen Eltern. Aber Chiara hat da so eine wunderschöne und so simple Antwort gegeben: Liebt sie. Das heißt hier nicht, dass man sich in sie verlieben soll, sondern, dass man sie als "den Nächsten" lieben soll. So schwer zu erklären, ohne das Wort lieben zu benutzen. Man soll in ihnen Jesus sehen oder ich weiß auch nicht. Konkret heißt das oft, einfach versuchen sie zu verstehen. Sich in sie hineinzuversetzen, wenn sie was verbieten. Ihnen ein Glas Wasser anzubieten, sie anzulächeln. Diese kleinen Gesten, die man auch gerne selbst bekommen möchte. Aufmerksam sein.


2. gegen den Strom schwimmen
Wir (Gen) wollen gegen den Strom schwimmen. Das heißt, den Unterschiedmachen zur Masse, die oft blind irgendwas hinterherläuft. Wir wollen bewusst einen ganz besonderen Lebensstil der oben beschriebenen Liebe leben. Aber wie schwimmt man gegen den Strom, wenn es gar keinen Strom gibt. Irgendwie ertrinkt unsere Gesellschaft in einer scheinbaren Toleranz, die doch nur aus der einen Aussage besteht: Was du machst, ist mir scheißegal.Überhaupt ist mir alles scheißegal. Tut mir leid für diese Umgangssprache, aber es triffts so gut.
Und was sagt Chiara? Nutzt diese Toleranz.. wenn keiner was gegen euch hat, um so besser. Dann seit ihr die Linie, wenn es keine gibt und schwimmt so grade gegen den Strom, in dem ihr Strom seit. Echt klasse. Und trefft die anderen, in dem ihr authentisch diese Nächstenliebe lebt.

Hach, die Frau ist manchmal echt klasse. Für mich fühlt es sich so unmachbar an, aber sie gibt so einfach Antworten. Die sind dann oft gar nich mal so einfach zu leben, aber der Kopf ist schon mal befriedigt.
So, genug für heute.
Heute hatten wir übrigens den Morgen frei und hatten dafür längere Meditation und danach hat jede so ein bisschen erzähl, in was sie grad so drinsteckt. So vom Leben und den Gedanken her. Und es war so bewegend, dass das ein oder andere Stück Klopapier als Taschentuch benutzt werden musste. Hihi. Und dann hat Gabi, eine tollen Gen aus Brasilien, mega verrückt, aber wirklich herzensgut, ihre Geschichte erzählt.

Dann haltet die Ohren steif und bis dann
Becci

1 Kommentar:

  1. Hey Becci!

    super, dass du so viel schreibst. Super lustig geschrieben, man merkt es gefällt dir. Und denoch gehst du in die Tiefe. Find ich echt super.

    Und auch, dass du auch so schreibst wie es wirklich ist, auch mit den Probblemn und Sachen die dir nicht so gefallen.

    Und auch wie du alles verständlich für die nicht fokis erklärst gefällt mir. Damit tu ich mich ja auch schwer, aber du machst das echt gut so.

    Also dann: "tutta la unita"
    (oder so?, mein Italienisch ist ja quasi nichtexistent)
    (für die nicht fokis: Das heißt so viel wie: ich denk an dich und wir stehen alles gemeinsam durch, die guten und die schlechten sachen)

    1 Manuel

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