Ja, ich habe die ganze letzte Woche nicht mehr geschrieben, weil einfach so viel passiert ist.. Zum Beispiel ist Stephie mit ihren Eltern angekommen und haben mir nicht ein halbes sondern 3(!!!!!!) Vollkornbrote mitgebracht. Wer hätte ahnen können, dass ich jemals Vollkornbrot Fischstäbchen mit Kartoffelbrei vorziehe. :D. Aber ich habe genau das getan und war so schrecklich aufgedreht, weil ich mich so gefreut habe :D
Der Tag war sowieso ziemlich spezial: Ich war seit dem morgen (und schon den Tag davor) Super traurig und schlecht drauf, weil ich Heimweh hatte. Aber nicht nach einem eigenen Zimmer oder deutschem Essen oder Eichstätt oder so.. Nee, nur meine Familie hat mir so gefehlt. Ja, richtig. Meine nervigen Eltern, mein ständig Gitarre spielender Bruder und meine manchmal schrecklich zickige Schwester. Genau diese 4 Personen. Denn ihr glaubt gar nicht, was das für 4 tolle Leute sind, mit denen ich priviligiert war eine Familie zu bilden. Ja. Man merkt immer erst, was man hat, wenn man es nicht mehr hat. Aber das ist für euch wohl keine Offenbarung. Jedenfalls merke ich hier, wie sehr ich meine Familie liebe und genauso vermisse ich sie. Auch wenn ich mich zuhause wohl eher etwas authistisch verhalten habe. Jedenfalls: Heimweh. Und dann hab ich gleich versucht, in diesem SChmerz Jesus zu sehen (die Fokis nennen das Jesus, den Verlassenen, denn Jesus hat uns da am meisten geliebt, als er am meisten Schmerz empfunden hat. Und das war nicht als er gefoltert wurde oder so, sondern, als der Sinn, für den er sich geopfert hat zu sterben, einfach verschwunden schien: Die Beziehung zu Gott, seinem Vater. Deshalb, Jesus, der Verlassene). Wie auch immer. Also bin ich in die Küche gegangen und habe in meiner Freizeit (und die ist hier knapp bemessen) dem Küchenteam geholfen. Aber die schlechte Laune ist nicht verschwunden. Nach dem Essen bin ich dann in mein Zimmer und hab ein bisschen gelesen. Und dann kam Malu(Brasilien) vorbei und hat gefragt wies mir geht. Und dann ist alles aus mir rausgebrochen, wie sehr ich meine Familie vermisse (unter Tränen) und dass ich mich manchmal ein bisschen ausgeschlossen fühle, einfach, weil alle hier schon so lange zusammen leben (und dann auch nach dem Weltjugendtag wieder fahren) und für mich die Sprachbarriere immer noch sehr groß ist. Auch wenn ich schon viel Italienisch spreche. Und ab diesem Gespräch war ich wieder so wahnsinnig glücklich. Für mich war das, als wär Jesus mit uns gewesen (wir nennen das "Jesus in der Mitte". Denn "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20)). toll. Abends sind wir dann Sternschnuppen gucken gewesen und weil 2 Gen Geburtstag hatten, gabs Kuchen und Cachaça. Jamjam. Das war echt cool. Ich hab 3 wirkliche stelle cadente gesehen und mich sonst mit den anderen über die Flugzeug-Sternschnuppen amüsiert :D. Hihihi.
Am nächsten Tag war dann das Fest der Heiligen Chiara von Assisi, das hier ein großes Fest war, also haben wir viel Eis gegessen, hatten eine schöne Messe, danach ein Video mit Chiara und abends ein Fest in der Popescuola (Die Popescuola.. Pope sind Fokolarinnen. Wenn man sich entschieden hat ins Fokolar zu gehen (ähnlich wie ins Kloster), macht man erst 1,5 Jahr in Loppiano und dann 1 Jahr in Montet, in der SChweiz. Das ist vergleichbar mit dem Novinziat im Orden. Man lebt so, wie man auch im Fokolar lebt, um das Leben besser kennen zu lernen (man kennt es eigentlich schon, weil man normalerweise schon vorher eine Zeit in einem Fokolar gelebt hat) und ja. Man lernt quasi das Leben im Fokolar. Deshalb Popescuola = Schule für Fokolarinnen ;)). Auch echt toll und ich habe mit den Amerikanerinnen und Falvia, einer Italienerin, die aber in Deutschland aufgewachsen ist, ziemlich gut über diese "Berufungen" unterhalten. Wisst ihr, ich denke nämlich, dass Gott für jeden von uns einen Plan hat, und er uns "ruft" den zu leben, damit wir glücklich werden. Denn er ist der Einzige, der wirklich weiß, wie wir glücklich werden, denn schließlich hat er uns erschaffen. Und es gibt ganz viele verschiedene Berufungen: Die Ehe, das Fokolar, Ehelosigkeit, Kloster, Priestertum...etc. Das Wichtige ist nur, dass man aufrichtig und ehrlich sich selbst gegenüber ist, um rauszufinden, zu was einen Gott ruft. Und die Fokolare haben oft super interessante Geschichten, wie sie verstanden haben, dass sie in einem Fokolar leben möchten. Ähnlich wie die Geschichten, wie Ehepaare sich gefunden haben. Und ich LIEBE solche Geschichten. Vielleicht sollte ich die echt mal sammeln und ein Buch darüber schreiben. Denn das Leben schreibt die schönsten Geschichten und macht Gottes Wirken so offensichtlich.
Also hier ist echt was los. Am Mittwoch fahren wir bis zum 23.8. nach Madrid auf den Weltjugendtag und hatten gestern unseren letzten Arbeitstag. Yeah! Heute morgen hatten wir eine Präsentation über China und eine über Taiwan, und die "Geschichte" von Catya(Taiwan). Das war echt super interessant und hat das frühe Aufstehen (8 Uhr Frühstück - am WOCHENENDE!!) eindeutig gelohnt. Wer weiß, vielleicht kann ich mal ein Semester in Taiwan studieren. Würde mich jedenfalls reizen :). Aber heute nachmittag ist frei. Nachher gehe ich auch mit Catya und Marita (Equador - vorgestern angekommen- , meiner neuen Zimmergenossin seit Livia (Brasilien) das Zimmer gewechselt hat, weil sie rein Wohngemeinschaftstechnisch in die andere Unità (hier Wohngemeinschaft) gehört) ins Schwimmbar und heute abend muss ich mit Mariana (Brasilien) kochen. Aber sonst: FREI. Juhu..
So. Noch eine Anmerkung für alle Fokolarangehörigen: Ursel aus Österreich (ehemals Gen3-Assi) ist jetzt HIER. Muhaha. ich hab sie heute getroffen. Und Anja Lupfer ist jetzt im Fokolar an der Popeschule.
Außerdem hat mich ein Herr, der anonym bleiben will (piccolo scherzo) darauf hingewiesen, dass Daniel Loxtermann seit Anfang Januar hier ist. Nicht seit September.
Ich glaub das wars. Ach nein, noch für alle, die das ein bisschen unangenehm berührt hat, dass ich hier so über Gott uns Jesus und glauben spreche: Ich hab das schon immer geglaubt, auch in Eichstätt. Ich hab mich einfach nie getraut darüber zu reden, weil ich mich niemandem aufdrängen will und ich finde, dass jeder Herz und Hirn genug hat, seinen eigenen Glauben zu entdecken. Natürlich bin ich mit Überzeugung katholisch und glaube an diesen verrückten Gott, der so verrückte (=unglaublich tolle) Dinge vollbringt. Aber ich will niemanden zwingen, das auch zu tun. Denn es steht mir einfach nicht zu. Stattdessen bin ich wahnsinnig dankbar, dass ich diesen Glauben, der mir Kraft, Sinn und Zuversicht schenkt, geschenkt bekommen habe.
So. Wort zum Samstag beendet. Danke für eure Aufmerksamkeit :)
Eure Becci
Im anderen Post hat du übrigens Dezember und nicht September geschrieben *mecker* =P die erfahrung mit heimweh hat so ziemlich jeder hier glaub ich, und übrigens, das freunde vermissen kommt noch, das ist viel gemeiner ;)
AntwortenLöschenHey Becci,
AntwortenLöschenjetzt muss ich auch endlich mal einen Kommentar schreiben :)Wenn du hier so schreibst, dass du so schrecklich Heimweh hast, wird mir langsam ganz schön mulmig, denn die Zeit bis ich nach London gehe wird immer kürzer. Ich bin gespannt wies mir ergeht und schick dir ganz viele liebe Grüße nach Italien. Denk ganz oft an dich
Oh nein, die Becci in der Küche? Wer hat sich den den "scherzo grande" erlaubt?
AntwortenLöschenJa, das mit dem Heimweh ist so ne sache. Ging mir auch so, und auch das mit dem erstmal sich ausen vor fühlen ist mir nicht unbekannt.
Aber wie du ja schon erkannt hast gibt es da nur eins: Jesus abandonato und lieben, lieben, lieben!
Und auch die einzelnen Geschichten, wie sie alle ins Fokolar gekommen sind haben mir auch immer gut gefallen. Vll. sollten wir das mit dem Buch mal wirklich machen...
Also dann viel Spaß in Madrid und ganz eins.
Manuel
Daniel mal wieder. :D
AntwortenLöschenIn Madrid ging's mir ähnlich. Es gab diesen Tag, der Tag, nachdem der Bombenanschlag gescheitert ist, an dem ging es mir einfach nur beschissen. Wir waren bei einer deutschsprachigen Katechese bei irgendeinem Bischof (ich glaube der Mensch, der den YOUKAT geschrieben hat, leider habe ich den Namen vergessen) und ich saß da und irgendwie hat die Angst Überhand genommen. Einmal wegen des Anschlags, es hätte ja sonstwas passieren können, und andererseits vor dem baldigen Abschied von zu Hause. Und dann liefen die Tränen und hörten nicht mehr auf und irgendwann hab ich gesehen, wie ein Bruder schräg über mir jemandem die Beichte abnahm und bin auch einfach mal hin. Es war mehr ein Gespräch, aber es einfach zu teilen, diese Angst, das tat gut. Obwohl ich diesen Mann gar nicht kannte.
Du hast mich gerade jedenfalls mit deinem Blog gerettet, Becci, gerade wollte ich wieder in ein Loch versinken. Stattdessen hole ich jetzt schon mal meinen Koffer raus und schmeiße ein paar andere unnötige Dinge weg, die ich eh nicht mehr brauche.
Danke, eins, Farina.
Ich hab das mit dem Anschlag nicht mal mitbekommen... Daniel hat nur erzählt, dass es eine WARNUNG gab.. Wow..
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