Samstag, 23. Juli 2011

Das halbvolle Glas

Ich muss gestehen, dass es mir unendlich schwer gefallen ist, mir die schlechte Seite auszudenken. Nur die 600 Seifen fand ich wirklich irgendwie halbwegs gutes Material. Aber jetzt, wie ich es erlebt habe:
(das halbvolle Glas)
Vorgestern abend hatten wir nach der Messe wie ein riesiges Fest für eine Gruppe von Gen aus Italien. Wir haben getanzt, Lieder und Erfahrungen gehört und gefeiert :). Soooo cool :). Hab ganz viel Deutsch mit Daniel gesprochen. So cool. Dann hab ich geschlafen wie ein Stein. Morgens waren wir alle müde, also wars okay. Louisa (aus Brasilien, mit der ich kein Wort wechseln kann :D) und ich haben Seife wie die die Teufel weggeputzt. Mensch, war ich stolz :). Und am Nachmittag hab ich dann auch wieder was anderes machen können. Sogar mit Heißkleber OoO. Mittags gabs wieder leckere Pasta (diesmal mit Thunfisch) und abends Reis. Ich hab das erste Mal meine Wäsche gewaschen udn wenn das wirklich nicht nötig war, denn ich hab VIEL ZU VIEL mitgenommen. Ich bin so Deutsch. Die Hälfte hätte auch gereicht... naja. Schrecklich. Aber im Moment ist noch genug Platz in meinem Schrank :D. Jap. Abends hab ich GÖRGE getroffen. juhu- sooo cool. Einfach so. Wir konnten dann ein bisschen sprechen, beziehungsweise er erzählen. Hach, wie toll. Dann hat Lourdes abends ihre Geschichte erzählt und es war echt eindrucksvoll. Ihre Eltern waren früher im philippinischen Widerstand, in dem sie sich kennen gelernt haben. Deshalb hat ihre ganze Familie über 7 Jahre getrennt von einander gewohnt und sie hat ihre Eltern und Schwestern nur einmal im Jahr gesehen. Vorher waren sie viel umgezogen. Auch krass: Ihre jüngere Schwester ist mit einem Mann fast "verheiratet" und hat einen Sohn, aber sie können nicht richtig heiraten, weil ihr Mann in einer Sekte ist und würde sie in die Sekte eintreten, könnten sie zwar heiraten, aber ihr Sohn hätte dann dasselbe Problem.  Und da dem Mann das wirklich wichtig ist, will sie ihn auch nicht ändern. Lourdes selbst hat eigentlich Physiotherapie gelernt arbeitet aber irgendwie als alles mögliche im medizinischen Bereich und schläft irgendwie auch nie :D. Sie ist eigentlich eher spontan hier geblieben udn weiß wie die meisten nicht, wies nach Loppi weiter geht.
Überhaupt ist hier die Welt wirklich kleiner. Die Ägypterin, die hier mit mir lebt, war bei der Revolution nicht zuhause und es ist wirklich schwer für sie nichts tun zu können und auch kaum möglich zu glauben, dass das in ihrem Land passiert sein soll. Oder die Japanerin hat erzählt, dass sie für die Bedürftigen gesammelt haben und versucht haben möglichst wenig zu kaufen, um denen, die es wirklich brauchen nichts wegzunehmen. Stellt euch vor, ich lebe mit einer, die wirklich aus dem Land kommt, von dem man so viel in den Nachrichten gehört hat. Das ist echt ziemlich krass. Hier kann ich sehen, dass es die Leute wirklich gibt, die da im fernsehen sind.
Noch ein paar Worte zu mir: Ich hab aufgehört die Stiche zu zählen, denn es sind wirklich viele. Gestern ist mein Handgelenk ziemlich angeschwollen, weil ich mit dem Stich gearbeitet habe :D. Aber ich hab ja gelernt, nicht zu kratzen (Neurodermitis) und es tut ja auch nich weh oder so. Mein Rücken tut auch ziemlich weh vom Arbeiten, aber morgen haben wir den ganzen tag das Schwimmbad für UNS. Jiha!! naja, und dann mein Italienisch: Va bene... ich hab ja keine Zeit irgendwie zu lernen, aber ich hoffe, dass ich mit heute abend die Küchenwörter und die einfache Vergangenheit anschauen kann.
Ich bin so super glücklich hier. Ich werde wirklich von der Liebe der Gen und vorallem von Gott getragen. Ich hab das nicht für möglich gehalten, aber ich fühle mich so wohl. Natürlich hab ich auch, Gott sei Dank, noch nicht verstanden, dass ich hier wirklich lebe und nicht nur Urlaub mache, aber Gott wird mich gut vorbereitet haben, wenn das passiert. Außerdem lese ich zur Zeit die Richtlinien der Gen (ihr wisst schon, die Jugend der Fokolarbewegung, das was ich hier bin...) - also, wie ich eigentlich leben sollte, hier und zuhause, und den Youcat, um ein bisschen besser meinen Glauben zu verstehen und auch, was die Kirche so zusagen hat. Ihr seht, es ist auch eine Entdeckungsreise in meinen eigenen Glauben und meine Berufung zum Gensein.

So, ich hoffe, ihr seid zufrieden. Denn ich muss in 15 Minuten loslaufen zur Arbeit und mir noch ne andere Hose anziehen. Mein Programm noch für heute: Arbeiten, Messen, Abspüldienst e dopo (und dann) wieder eine Geschichte einer Gen (una storia).

Ci vediamo (wir sehen uns....)
Becc1

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